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Leseprobe aus meinem Buch

Menschen-Engel-Weg
Aus der alten in die neue Energie


 Kapitel 1

 

                                                                                                                                                                            

 

Hallo, Menschenengel!

Nanu? Hörte ich eben nicht einen Laut, der klang wie „häh?“. Leise zwar, doch deutlich vernehmbar. Überrascht … fragend … zweifelnd? Doch, ich bin mir sicher. Das warst du! Du brauchst es gar nicht abzustreiten. Und du brauchst dich auch nicht umzudrehen, als würde es einen anderen betreffen. Hinter dir ist nur Luft. Da steht niemand. Ich meine dich, Menschenengel!

Wenn dieses Buch in deinen Besitz gelangt ist, auf welche Weise auch immer, dann gehörst du zu den menschlichen Engeln, die dabei sind aufzuwachen bzw. schon erwacht sind. Du gehörst zu denen, die tief in sich drinnen fühlen, dass es da noch etwas anderes geben muss als dieses Leben in 4-D (Raum und Zeit), dass sich hinter diesem Menschen, in diesem Menschen, der du auch bist, etwas viel Größeres verbirgt, als wir mit unseren Augen sehen können − ein Engel eben. Du bist dabei, dich zu öffnen für neue Denkweisen, für eine neue Art, Dinge zu betrachten und wahrzunehmen. Du bist bereit, Glaubensmuster und Überzeugungen infrage zu stellen und loszulassen. Du befindest dich im Aufstieg.

Vielleicht denkst du dir jetzt: „Aufstieg – ich? Niemals! Ich habe ja nicht einmal die geringste Ahnung, was das überhaupt sein soll. Nein, nein, ich habe dieses komische Buch nur geschenkt bekommen. Aber ich wollte nicht unhöflich sein und es postwendend zurückgeben“ oder auch „Na ja, ich hab’s halt zufällig auf dem Extratisch gleich beim Eingang der Buchhandlung liegen sehen und da war so ein nettes Bildchen vorne drauf, und dieser drollige Titel, da wurde ich neugierig.“ Weißt du, es gibt keine Zufälle! Alles, was wir brauchen, alles, was uns weiterhilft − es kommt zu uns. Auf einer uns nicht bewussten Ebene rufen wir es zu uns, und „schwupp“, da ist es. Du brauchst das nicht zu glauben. Es ist trotzdem so.

Der Titel dieser Schrift könnte auch lauten „Lehn dich zurück und lasse alle Dinge zu dir kommen“. Darauf läuft alles hinaus im Leben in der Neuen Energie: seiner eigenen Schöpferkraft vollkommen zu vertrauen und Energie fließen lassen, ohne irgendeine Richtung vorzugeben oder sie in eine Form pressen zu wollen.

Nun, wenn das für mich so einfach gewesen wäre, gäbe es dieses Buch nicht. Dieser eine Satz: „Lehn dich zurück und lasse alle Dinge zu dir kommen“ war die Antwort auf meine Frage, wie ich mich denn nun verhalten sollte in diesen Zeiten des Umbruchs. Es war die allererste Botschaft meines göttlichen Selbst, die ich nach meinem spirituellen Erwachen bewusst wahrgenommen habe. Bis ich das erste Mal etwas über „Neue Energie“ hörte, sollte es noch eine gute Weile dauern. Ich hatte die absolut simple Lösung vorweggenommen, sie mir selber auf dem silbernen Tablett serviert und hätte ich mich nun eigentlich nur danach richten müssen ... wenn da nicht die Zweifel gewesen wären, das Misstrauen mir selbst gegenüber und die fortwährende Frage, wie das denn nun in 4-D, wo ich mich ja immer noch aufhalte, funktionieren sollte. Jahrelang schwankte ich zwischen Zerrissenheit und Vertrauenfassen, Loslassen und Festhalten, Geschehenlassen und Herbeidenkenwollen. Und so hat es drei weitere Jahre gedauert, bis ich mich da befand, wo ich jetzt bin und niederschreibe, was mir so alles begegnet ist.

Mag sein, dass dieses Buch eines von denen ist, das die Menschheit so dringend benötigt wie ein Fisch das berühmte Fahrrad. Ja, vielleicht ist es das, in Anbetracht all der wunderbaren Veröffentlichungen von bekannten und geschätzten spirituellen Autoren. Na und? Was soll’s? Solche Fisch-und-Fahrrad-Bücher gibt es wie Sand am Meer, auf eines mehr oder weniger kommt es da nicht an. Vielleicht ist dieses Buch tatsächlich nur für einen einzigen Menschen von Wert − für mich nämlich, als Reflexion, als Rückblick auf meinen Weg, damit ich erfassen kann, welch enorme Strecke ich zurückgelegt habe. Vielleicht habe ich das alles nur für mich selber niedergeschrieben, um mich später einmal daran zu erinnern, wie es gewesen ist vor dem Quantensprung, mit welchen Fragen ich mich herumgeschlagen habe, welche Gedanken durch meinen Kopf zogen, welche Erkenntnisse ich gewonnen habe. Vielleicht finden meine Enkelkinder, die dann zu den neuen, ganz anderen Kindern gehören werden, diese Aufzeichnungen und belächeln die seltsamen Gedankengänge ihrer Großmutter. Werden sie amüsiert in sich hineinschmunzeln? Werden sie gar nicht nachvollziehen können, warum ich es mir so schwer gemacht habe?

Lass dir gesagt sein, dass du hier keine Patentrezepte finden wirst, wie das Leben in der Neuen Energie funktioniert. Das weiß ich nämlich selber noch nicht. Ich experimentiere ziemlich herum. Es klappt noch nicht so recht. Oder bemerke ich es nur nicht? Verstellen mir meine Erwartungen den Blick? Das könnte durchaus sein. Es würde mich tatsächlich überhaupt nicht wundern! Im Erwartungenhaben bin ich absolute Spitzenklasse.

Es gibt keine Übungen, keine Meditationen und einen Leitfaden für Turboerleuchtung kann ich dir leider ebenso wenig bieten. Ich kam mir oft eher reichlich zer-leuchtet vor, wenn ich mich hinten und vorne nicht mehr auskannte. Wenn du nach Erleuchtung suchst, dann sieh dich bitte woanders um – in den Buchhandlungen und im Internet findest du eine reichliche Auswahl an Anleitungen.

Ich will auch niemanden belehren. Gott bewahre! Sollten sich hier Passagen finden, die sich wie Belehrungen lesen und anfühlen, dann sieh bitte drüber hinweg. Ich bin selbst noch dabei, mich auf dem Weg voranzutasten und nichts liegt mir ferner, als die Schulmeisterin herauszukehren. Manchmal ist es einfach schwierig, innere Eindrücke in Worte zu fassen.

Was du hier in Händen hältst, ist am ehesten der Versuch, über meinen Weg aus der Dualität in die Neue Energie zu berichten. Wie du deinen Weg gehen wirst − das entscheidest allein du. Es ist wichtig für dich zu wissen, dass es sich bei allem, was du hier lesen wirst, um meine Wahrheit handelt. Jeder Mensch trägt seine ganz persönliche Wahrheit in sich. Für dich sind vielleicht ganz andere Dinge wahr.

Es gibt zahlreiche Veröffentlichungen von Leuten, die „es geschafft haben“, die „angekommen“ sind, die „erleuchtet“ sind, die wissen, wie „es“ geht. Das ist ganz wunderbar für sie und ich freue mich, dass es solche Menschen gibt. Sie sind die Vorreiter, die uns zeigen, dass es möglich ist, sich ganz ohne Vermittler mit dem Göttlichen zu verbinden, und die uns helfen, nicht aufzugeben. Ich habe etliche von ihren Werken gelesen. Aus vielen pickte ich mir heraus, was ich gerade brauchen konnte (genauso solltest du mit diesem Buch verfahren) − und etliche haben mich frustriert, traurig und mutlos zurückgelassen. Ich war zu dumm, um es so zu machen wie jene. Ich kapierte es einfach nicht. Es sollte doch ganz einfach sein, erleuchtet zu werden, da stand doch alles schwarz auf weiß. Hm! Vielleicht mache ich ja aus mangelndem Verständnis nur einen Umweg nach dem anderen und komme eines Tages in ferner Zukunft endlich auch dort an, wo sie sind?

Nein! Ich denke, ich gehe einfach einen ganz anderen Weg, meinen ganz persönlichen Weg, der mir als einziger voll und ganz entspricht. Auf den Wegen anderer werde ich niemals das finden, was ich suche, niemals die Erfahrungen machen, die für mich wichtig sind. Ich kann dir nicht sagen, „wie es geht“. Den Weg gehen musst du selber, das kann dir niemand abnehmen. Ich kann dich nur teilhaben lassen an meinem spiralförmigen Mich-aufwärts-Winden, immer wieder vorbei an denselben Wegmarken, die ich doch in meinem System des „Versuch und Irrtum“ schon mehrmals passiert hatte. Hm, fast denselben Wegmarken, denn bei genauerem Hinschauen sahen sie bei jedem erneuten Vorbeikommen ein bisschen anders aus. Ich hatte eine Kleinigkeit losgelassen oder eine Kleinigkeit hinzugewonnen und so geschah Veränderung nach und nach in kleinen Schritten.

Dieses Buch ist also sehr persönlich. Es ist ein Buch über mich. Es ist der Versuch, im Rückblick nachzuvollziehen und zu verstehen, wie ich mich entwickelt habe in dem tiefen Verlangen, mich selbst zu finden, herauszufinden, wer ich wirklich bin. Du wirst hier Tagebucheintragungen finden über meine Kämpfe mit mir selbst und über meine vermeintlichen Niederlagen, über meine Verzweiflung, meine Verwirrung und über Phasen absoluter Klarheit, über kleine Triumphe und tiefe Freude. Dieses Buch beschreibt die Stationen, die Weggabelungen, die für mich besonders wichtig waren, vom ersten Krabbeln, vom ersten Funken des Erwachens bis zu dem Zeitpunkt, da ich mich aufrichten und verstehen konnte − nicht alles, aber vieles. Ich dachte mir, vielleicht gibt es irgendwo da draußen unter den Tausenden, die sich täglich aufmachen in die Neue Energie ein oder zwei Leute, die sich freuen über ein paar Worte von einer, die schon mal ein Stück des Weges hinter sich gebracht hat. Vielleicht halten sie inne beim Lesen, wenn sie in meinem Erleben sich selbst wiedererkennen und das Eigene nun besser einordnen können. Vielleicht sagen sie sich im Stillen: „Gott sei Dank, wenigstens noch eine, der es so geht wie mir. Ich dachte schon, nur ich allein bin dabei, verrückt zu werden.“ Oder: „Gottlob, da gibt es eine, die sich tatsächlich noch dämlicher anstellt als ich. Ich dachte nicht, dass das möglich wäre.“ Mir soll es recht sein. Ich bin ja auch nur eine von den vielen, die denken, sie stellen sich dumm an. Dabei tun wir das gar nicht. Wir lernen, mit dem Neuen umzugehen. Mit Neuer Energie. Das braucht seine Zeit. Ein kleines Kind lernt auch nicht in zwei Tagen Rechnen, Schreiben und Lesen. Und kleine Kinder sind wir alle noch im Umgang mit Neuer Energie. Haben wir also Geduld mit uns und hören wir auf, uns tagtäglich selbst niederzumachen, weil es nicht so läuft, wie wir es uns vorstellten, und weil es nicht so schnell geht, wie wir es gerne hätten.

Ich habe immer erst im Nachhinein erkannt, was sich eigentlich abgespielt hat. Wenn ich mittendrin steckte, verstand ich absolut gar nichts. Da saß ich mit zusammengekniffenen Augen in der spirituellen Achterbahn, flüsterte mir selbst ständig zu wie eine Beschwörungsformel: „Durchhalten! Durchhalten!“ und tat nichts anderes, als mich krampfhaft festzuklammern, um nicht in der nächsten Kurve herausgeschleudert zu werden. Vielleicht hilft dir meine Geschichte, neuen Mut zu schöpfen, wenn du aufgeben möchtest; möglicherweise bringt sie dich dazu, dich noch einmal aufzurappeln, trotzdem weiterzumachen, auch wenn dich die Verzweiflung überwältigen will, weil du anscheinend gar nicht vorankommst oder weil du nicht verstehst, was mit dir los ist. Vielleicht tröstet es dich, zu hören, dass es allen so ergangen ist, die sich auf die Suche nach sich selbst, nach ihrem Wahren Selbst gemacht haben. Du bist also nicht allein.

Das Allerschönste wäre natürlich, wenn du durch meinen Bericht ein paar schmerzhafte Erfahrungen umgehen könntest− einfach weil du es nicht so machst wie ich.

Auf meinem Weg hatte ich nicht so sehr Probleme im Außen zu bewältigen – die Hindernisse, die ich zu überspringen hatte, lagen in mir selbst. Was mir die meisten Schwierigkeiten bereitete, waren nicht Familienkonflikte, gravierender finanzieller Mangel oder Ärger im Job. Die Hürden, die ich zu nehmen hatte, hießen: „Selbstwert“ und „Vertraue dir selbst!“ Diese allerdings waren richtig harte Brocken. Es hat Jahre gedauert, bis ich aufhören konnte, mich für wertlos zu halten, und bis ich Vertrauen in mich selbst als göttliches Wesen haben konnte. Ich bin viele kleine Schritte gegangen. Am Anfang bin ich gekrochen. Dabei wollte ich doch fliegen. Ich bin oft hingefallen. Es kam vor, dass ich nicht mehr aufstehen wollte. Manchmal dachte ich auch, ich bewege mich nur rückwärts. Auch das hatte seinen Sinn. All das macht meinen Weg aus.

Ich schreibe dies alles nieder für diejenigen, die nach genau solch einem persönlichen Bericht suchen und denen dieses Buch nun irgendwie „zu-fällt“. Auch für die „alten Hasen“, die schon lange auf dem Weg sind, die Lehrer sind, die Heiler sind, zum Mitschmunzeln, zum Mitweinen und zum Erinnern, wie es gewesen ist, als sie aus dem langen, langen Schlaf des Vergessens erwachten. Und natürlich für diejenigen, die sich nun auch aufmachen in die Neue Energie, die endlich heraustreten wollen aus der Dualität in ein neues Paradigma und ein bisschen Ermutigung brauchen können. Und was gibt uns mehr Ermutigung als die Tatsache, dass es so viele gibt, denen es genauso geht wie uns? Dass man nicht alleine dasteht mit all diesen fremdartigen Erfahrungen? Ich schreibe es nieder für alle, die sich verzweifelt danach sehnen, sich selbst zu finden, die in die Selbstermächtigung gehen wollen und gleichzeitig nichts mehr fürchten als gerade dies.

Selbstermächtigung bedeutet: seine Macht als Schöpfer wieder anzunehmen, seine Macht nicht mehr an andere abzugeben, wer sie auch seien; sich nicht mehr den Regeln anderer zu unterwerfen. Das bedeutet nicht, dass du nun Krieg führen musst gegen die, die dich bevormunden. Es bedeutet nicht Kampf im Außen. Es bedeutet Loslassen, Freigeben und daraus entstehend Veränderung im Inneren. Es bedeutet, nicht mehr zu glauben, dass andere es sicherlich besser wissen als dieser kleine, unbedeutende Mensch, für den man sich selbst hält. Es bedeutet, nicht mehr Dinge zu tun, die einem im tiefsten Inneren zuwider sind aus Angst, nicht mehr geliebt zu werden. Es bedeutet, seiner inneren Stimme wieder zu vertrauen.

Es bedeutet auszusteigen aus dem Böser-Täter-armes-Opfer-Spiel, das in unserer Gesellschaft zurzeit vollkommen akzeptiert wird. Aber: Ich bin ein verkörpertes, absolut souveränes Lichtwesen. Ich kann nur Opfer sein, wenn ich es gestatte. Ich kann nur Täter sein, wenn ein anderer es mir erlaubt. In meinem Leben kann nur stattfinden, was ich zu mir einlade. Ich kann es bewusst einladen (das sind dann die Dinge, die ich tatsächlich wollte) oder unbewusst (die Dinge, die ich nie im Leben wollte!). Ich kann auf der Stelle das Opfersein ablegen, einfach indem ich mich dafür entscheide und meine Erlaubnis zurückziehe. Ich sehe, wie schwer es dir fällt, diesen Bissen zu schlucken. Unser begrenztes 4-D-Verständnis sträubt sich heftig gegen eine solche Sichtweise. Sie steht gegen alles, was uns beigebracht wurde. Dennoch ist es so. Wenn ein Spieler vom Feld geht, ist für ihn das Spiel zu Ende. Punkt.

Es bedeutet, die Verantwortung für alles zu übernehmen, was sich in meinem Leben befindet. Ich habe es so erschaffen. Es bedeutet für niemanden außer für sich selbst verantwortlich zu sein und somit niemanden mehr „retten“ oder beschützen zu müssen. Es bedeutet, nicht andere entscheiden zu lassen, sondern selbst zu entscheiden. Dies will ich – dies will ich nicht. Es bedeutet, eine Wahl zu treffen.

Du sagst: „Aber wir haben keine Wahl! Alles ist so eng, alles ist geregelt, für jede noch so kleinste Kleinigkeit gibt es Vorschriften und Gesetze. So viele Menschen wollen etwas von mir, jeder etwas anderes. Jedem soll ich es recht machen. Ich kann doch höchstens das kleinere Übel wählen, aber das ist auch schon alles.“ Das ist eines der unzähligen Glaubensmuster und, ja, es ist tief, tief in uns verankert. Es wird etwas Zeit brauchen, es aufzulösen. Um dir die Essenz dessen, worum es bei unserem Weg geht, gleich einmal um die Ohren zu hauen: Es handelt sich darum zu erkennen:

AUCH DU BIST GOTT.

Diese Welt in 4-D ist die pure Illusion. Wir haben sie erschaffen, so perfekt erschaffen, dass wir sie wahrhaftig für die einzige Wirklichkeit halten. Doch tatsächlich bist du der Schöpfer in deinem von dir erschaffenen Universum, die erste, die oberste Instanz. In deinem Universum, deiner Lebenssphäre, deinem Lebensausdruck gibt es niemanden über dir. Niemand kann hier etwas erschaffen außer dir! Du bist der Boss. Du sagst, wo es langgeht. Du hast jenseits des Schleiers und dennoch gleich neben dir ein Gefolge von nicht verkörperten Wesenheiten, einen Stab von Mitarbeitern, der auf den kleinsten Wink mit dem Finger von dir reagiert, dessen größte Freude es ist, dir zu dienen, dir zu bringen, was du dir wünschst.

Apropos, ein kleiner Vorschlag: Versuche, das Wort „wünschen“ zu ersetzen durch „wählen“. Lasse die Wünsche los. Wünsche sind flüchtig und schwach, sie haben keine Substanz, keine Kraft, sie wehen davon. Wir sind es gewohnt, dass unsere Wünsche sich in den meisten Fällen nicht erfüllen. Eigentlich erwarten wir es gar nicht anders. Wenn wir uns etwas wünschen, befinden wir uns oft in einer Energie, in der wir etwas nicht haben bzw. brauchen, womöglich sogar dringend brauchen. Oft steht dahinter auch die (unbewusste) Überzeugung, dass es unerreichbar ist und wir es sowieso niemals haben können. Diese schmerzliche Sehnsucht, dieses „nicht haben“ und „niemals haben können“ ist das Gefühl, das wir nun mit dem Wunsch hinaus senden in unser Universum. Das Gesetz der Anziehung jedoch besagt: Gleiches zieht Gleiches an! Die Antwort auf unseren Wunsch wird also folgerichtig sein: Mehr „nicht haben!“

Begib dich in eine andere Energie! Triff stattdessen Entscheidungen! Wähle! Wählen beinhaltet wollen und erhalten.

So einfach ist das − in der Theorie. Meine Güte! Das schreibt sich wirklich leicht! Hört sich toll erleuchtet an. Ich kann so superschlau daherreden, weil ich genau daran momentan herumpuzzle. In meinem Verstand ist mir das alles vollkommen klar und verständlich. Ich erfühle, was ich in meinem Leben haben möchte, und dann wähle ich genau dieses, und dann

… dann sagt da so eine ganz, ganz fiese, kleine, leise Stimme, genannt Zweifel: „Das glaubst du doch selber nicht, hähä! Das funktioniert doch nie im Leben! Für andere vielleicht, aber doch nicht für dich!! Wirst’s schon sehen!“ Und dann sind es wieder Wünsche, die sich „puff!“ in nichts auflösen.

"Alle anderen können es, nur ich nicht!" Das ist eines der Glaubensmuster, das an mir haftet, als hätte es jemand mit „Sekundenkleber extra stark, hält tausend Jahre, garantiert“ an mich drangepappt. Glaubensmuster sind stark. Sind alt und zäh. Haben sich in mir eingenistet und begleiten mich seit langer, langer Zeit. Beherrschen mich wie graue Eminenzen, ohne dass ich auch nur die geringste Ahnung davon hatte. Wollen auf gar keinen Fall ins Abseits geschoben werden. Wie eine Marionette agierte ich viele Jahre, gesteuert von Überzeugungen, die ich für „die Wahrheit“ hielt. Doch ihre Zeit ist abgelaufen. Mit ein wenig Geduld und Beharrlichkeit werde ich sie auflösen.

Ich merke gerade, ich fange jetzt schon an, wild von einem Thema zum anderen zu springen. Dies ist ja auch Neuland für mich. Ich habe noch nie ein Buch geschrieben. In der Schule reichte es bei den Aufsätzen mit Ach und Krach gerade einmal für ein „befriedigend“, oft nicht einmal dafür! Um bei diesem Unternehmen nicht ein dickes rotes „Thema verfehlt, ungenügend, setzen!“ zu kassieren, sollte ich vielleicht besser ganz von vorn beginnen. Ich sag’s dir gleich: Es fällt mir gar nicht leicht, all dieses, was ich deutlich in mir spüre, in Worte zu fassen. Ich will es dennoch versuchen, will mich bemühen, es einfach zu halten, und wünsche mir sehr, dass ich alles unverfälscht rüberbringen kann.

 

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