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Die Geschichte von Jolie

                                                                                                                                               

 

The Crimson Circle


Lehrer-Serie, Shoud 1
5. August 2006

"Das Lehren beginnt"

[...]

Ich möchte hier die Geschichte von Jolie erzählen. Jolie war eine wunderschöne junge Königin. Und das Königreich, über das sie herrschte, trug den Namen Tibus. Diese Geschichte ist halb-fiktional – sie ist teilweise wahr. Sie ist ein Zusammenfließen der Energien von so vielen von euch. Fühlt euch also nun selbst, während ich hier diese Geschichte der Königin Jolie erzähle.

Und während ich diese Geschichte erzähle, bitte ich euch insbesondere darum, die erwachenden Energien jener Orte zu fühlen, zu denen sich Kuthumi begeben hatte, um mit ihnen zu arbeiten. Es sind Orte, die vor langer Zeit existierten, Orte, von denen aus ihr hierherkamt. Es sind Orte, die euch jetzt im Moment um eure Unterstützung bitten, auf verschiedene Weisen. Oh, ich sagte, dass du ein Lehrer sein würdest. Ich sagte aber nicht, dass du einfach nur ein Lehrer für Menschen hier auf der Erde sein würdest. Wir besprechen das später noch ausführlicher.

Jolie war also eine wunderschöne junge Königin. Und sie herrschte über Tibus. Und die Lande von Tibus erstreckten sich soweit das Auge reichte – und dann noch darüber hinaus. Manchmal wurde gesagt, dass die Sonne im Lande Tibus niemals untergehen würde, weil es so groß war, und so weit.

Als Königin hatte sie den Thron, ihre Rolle als Königin, natürlich von ihrer Mutter geerbt, die ebenfalls eine Königin war. Und sie erbte ihn von ihrem Vater, der der König war. Sie stammte aus einer königlichen Abstammungslinie. Als die junge Jolie aufwuchs, begab sie sich nur äußerst selten nach außerhalb der Mauern des Königreiches, sie begab sich sehr selten hinaus in die Ländereien von Tibus. Von klein auf war sie bereits dazu erzogen worden, eine Herrscherin zu sein, ein Mitglied des Königshauses. Sie lernte Struktur und Disziplin, sie lernte, die Regeln und Gesetze des Landes zu verstehen. Und sie wurde darin unterrichtet, eine Richterin zu sein, und für jene Recht zu sprechen, die zu ihr als ihre Königin kommen würden.

Sie war noch sehr jung, als sie den Thron erbte. Und sie hatte nun die Verantwortung dafür, die Beschwerden zu hören, die einzelnen Streitfälle, all die Meinungsverschiedenheiten, die in der Bevölkerung des Königreiches im Gange waren. Und sie musste Entscheidungen treffen, sie musste klare Vorgaben machen, und sie musste Recht sprechen.

Jeden Tag kamen sie vor ihren Thron. Manchmal war es ein frischverheiratetes Paar, das einen Streit hatte. Sie diskutierten miteinander und konnten ihren Streit nicht beilegen. Sie wurden also vor Königin Jolie gebracht, damit diese Recht sprechen sollte. Und das tat sie auch, sie hörte sich beide Seiten dieser Energie an. Und dann sprach sie ihr Urteil – und es wurde dann ausgeführt, ohne wenn und aber – sonst wären Köpfe gerollt.

Manchmal gab es Streitigkeiten über ein Stück Land. Landbesitzer kamen mit der Beschwerde zu ihr, dass der eine Land vom anderen gestohlen hätte, dass er die Markierungssteine versetzt hatte, die die Grenzen der Grundstücksabschnitte bezeichneten. Und mit einem sehr geringen Wissen darüber, was da wirklich vor sich ging, musste sie ein Urteil sprechen – entweder zugunsten der einen Seite oder zugunsten der anderen.

Und die Menschen kamen mit allen möglichen Problemen und Themen zu ihr. Und ihre Tage waren ausschließlich davon erfüllt, Regeln und Gesetze zu erlassen – und dann sicherzustellen, dass jedes Wort ihrer Vorgaben auch befolgt werden würde. Sie war fair und gerecht – und sie war so aufrichtig, wie sie zu sein vermochte. Sie verstand, dass sie jedem Bewohner ihres Königreiches gegenüber eine Verantwortung hatte. Sie verstand ihre Verantwortung, die in der Tatsache lag, dass ihr Wort die Grundlage für alles war. Und deshalb musste sie mit ihren Worten auch auf eine sehr achtsame und heilige Weise umgehen. Sie musste jeden Streitfall, der vor sie gebracht wurde, mit Ehre und Balance behandeln.

Nachdem ein paar Jahre vergangen waren, in denen sie viele Male Recht sprach, begann sie sich sehr zu langweilen, und ihre Aufgabe frustrierte sie. Jede Nacht, wenn sie sich in ihre eigenen Gemächer zurückzog, fragte sie sich: Gibt es da nicht einen besseren Weg, all das zu tun? Da muss es doch einen geben! Es muss doch einen besseren Weg geben, als einfach nur den, Regeln für jene zu erlassen, die Konflikte miteinander haben. Denn sie lernen dabei überhaupt nichts! Sie lernen nicht, wie sie ihre Probleme lösen können. Sie lernen nicht, wie sie es unter sich selbst ausmachen können. Sie kommen einfach nur hierher, um das letztendliche Urteil, den letztendlichen Richterspruch in Empfang zu nehmen.

Manchmal sagte Königin Jolie sogar zu sich selbst: Ich weiß noch nicht einmal, ob ich überhaupt die richtige Entscheidung getroffen habe. Ich weiß so wenig über all jene, die da vor mich kommen! Ich weiß so wenig über sie. Haben sie diese Verbrechen wirklich begangen, deren sie angeklagt wurden? Haben sie wirklich ihre Familie und ihre Freunde bestohlen?

Sie fuhr damit fort, ihrer Rolle als Königin weiter gerecht zu werden. Sie fuhr damit fort, Recht zu sprechen. Aber diese Wahrnehmung von Ungeduld, dieses Gefühl des inneren Unbehagens wurde schlimmer und schlimmer und schlimmer. Bis zu dem Punkt, an dem sie begann, unter ernsthaften Migräne-Kopfschmerzen zu leiden. Und aufgrund ihrer ernsthaften Kopfschmerzen kam sie natürlich nicht mehr damit nach, all die Fälle zu bearbeiten, die ihren Hof erreichten. Es gab mehr und mehr Menschen, die sich in Verwirrung befanden und sich eine Antwort von ihr erhofften.

Und wenn sie vielleicht nicht gerade unter Migräne-Kopfschmerzen litt, dann hatte sie eine Erkältung, oder eine Grippe, oder irgendwelche anderen Arten von Beschwerden. Weil sie nicht glücklich war, mit dem, was sie tat. Sie schenkte sich also selbst all diese Krankheiten, weil sie es durch diese vermeiden konnte, jeden Tag zum Gerichtshof zurückkehren und Recht sprechen zu müssen.  

Im Königreich wurde nun alles natürlich immer schlimmer, denn es war niemand mehr da, der Recht sprach und die Leitlinien vorgab. Und eines Tages rief sie, aus vollkommener Frustration und Hoffnungslosigkeit heraus, ihre Leibgarde herein und trug ihr auf, den Alten Weisen Mann aus den Wäldern zu ihr kommen zu lassen. Nun, alle guten Geschichten haben den Alten Weisen Mann aus den Wäldern. (Lachen) Denn sie hatte da einige Geschichten gehört, sie wusste, dass es im Königreich irgendwo einen alten weisen Mann geben musste.

Sie brachten ihn also zu ihr. Sie geleiteten ihn in ihre Privatgemächer. Und sie sprach zu dem Alten Weisen Mann, und sie sagte zu ihm: „Ich bin so frustriert mit allem was ich tue! Ich finde darin keinerlei Freude und Glück. Und was mich am meisten frustriert ist die Tatsache, dass niemand irgendetwas lernt! Sie machen einfach immer weiter und tun dieselben Dinge, die sie schon immer getan haben – und sie gehen davon aus, dass sie dann zu mir kommen müssen, wenn es gar nicht mehr weitergeht, damit ich Recht über sie spreche. Ich fühle mich fast so, als ob ich das alles aufnehme, als ob ich all ihre Schuld und Scham fühlte, all ihre Probleme. Und ich möchte das nicht mehr länger.“

Und sie sagte: „Ich möchte ein Lehrer sein. Ich möchte lieber lehren – anstatt zu urteilen und Recht zu sprechen. Ich möchte lehren, anstatt zu herrschen. Alter Weiser Mann: Was kann ich also tun?“

Und der Alte Weise Mann lehnte sich zurück und nahm einen tiefen Atemzug – denn Alte Weise Männer tun diese Art von Dingen (Publikum amüsiert) – und er sagte: Du musst deinen Titel als Königin aufgeben. Du musst diesen wunderschönen, großartigen Palast verlassen. Du musst dich selbst als ein ganz gewöhnlicher Mensch verkleiden. Du musst dich zu irgendeinem kleinen Dorf begeben, in dem dich niemand kennt. Und dann kannst du mit deiner Arbeit als ein Lehrer beginnen.“

Nun. Jolie nahm das alles ein wenig besorgt auf, denn das würde bedeuten, dass es eine enorme Veränderung in ihrem Leben geben würde. Und sie wusste nicht, ob sie wirklich in der Lage war, sich zu verkleiden, und sie wusste auch nicht, ob sie die Behaglichkeit ihrer wunderschönen Wohnstätte würde aufgeben können, dieses wunderschönen Palastes, in dem sie lebte. Aber nachdem sie ein bisschen darüber nachgesonnen hatte, und nachdem sie daran dachte wie es wäre, noch ein paar weitere 30, 40 oder 50 Jahre in diesem Dienst zu stehen und jeden Tag Regeln zu erlassen und Recht zu sprechen, sagte sie letztendlich: „Ich werde es tun.“

Nun, der Alte Weise Mann sagte natürlich: „Erwarte zu jeder Zeit das Unerwartete. Die Dinge sind nicht so, wie sie zu sein scheinen.“ Hm. (Publikum lacht, weil Tobias sich hier selbst zitiert) „Halte deine Augen offen, und erhalte für dich selbst einen balancierten und stabilen Zustand.“

Einige Wochen später schrieb die Königin also eine etwas längere Nachricht, und teilte mit, dass sie verreisen würde, um ganz alleine ein paar ferne Länder zu besuchen, und dass sie herausfinden wollte, was sich jenseits des Ozeans befände. Sie trug Sorge dafür, dass niemand versuchen würde, ihr nachzureisen und sie zu finden, und dass alle wussten, dass sie eines Tages zurückkehren würde. Sie verfügte, dass alle, die in der Zwischenzeit Rechtssprechung und Gerichtsurteile wünschten, sich an die anderen Mitglieder ihres Hofes wenden sollten.

Sie packte nur sehr wenig ein, so dass sie sich als ein gewöhnlicher Mensch verkleiden konnte. Und sie zog davon, in eines der kleinen Dörfer hinein, in denen sie nie zuvor gewesen war. Und dieses Dorf trug den Namen: Jederdorf. Hm. (Publikum schmunzelt) Und sie sagte zu sich: „Das ist der Ort, an dem ich mit meiner Lehrarbeit beginnen werde. Das soll der Ort sein, an dem ich wahrhaftig beginnen kann, meine Leidenschaft zu finden. Sie war so aufgeregt und freute sich so sehr darüber, dass sie jeden in Jederdorf all diese wundervollen und weisen Dinge lehren würde.

Sie quartierte sich bei einer Familie ein, die gerade einen Raum zu vermieten hatten – sie brauchten etwas Geld. Sie hatten eine Menge Probleme. Sie hatten finanzielle Probleme, sie hatten Probleme untereinander. Sie stritten sich die ganze Zeit über. Und Jolie dachte bei sich selbst: „Das ist ein hervorragender Ort, um mit meiner Arbeit als Lehrer zu beginnen.“

Sie zog also dort ein, sie packte ihre Sachen aus, und sie begann unmittelbar mit dem Versuch, ihnen etwas zu lehren. Sie wusste im Grunde genommen noch nicht einmal, was „lehren“ bedeutet. Sie verstand nicht, worum es bei alldem ging. Aber sie ging zum Vater der Familie und begann ihm zu erklären: „Nun, der Grund dafür, dass du all diese finanziellen Probleme hast, ist der, dass du keine Balance in dem dir zur Verfügung stehenden Geld aufrechterhältst. Du gibst mehr aus, als du verdienst. Du arbeitest nur ein paar Tage in der Woche, und deshalb hast du nicht genug Geld, um deine Familie zu ernähren. Und deshalb streiten sich die Mitglieder deiner Familie auch die ganze Zeit über, und haben Auseinandersetzungen!“

Und sie freute sich sehr, als sie „Bob“ das alles erzählte, dem Vater der Familie. Aber er ließ seine Hand auf den Tisch krachen, so dass es Jolie ein bisschen Angst einjagte, und er sagte: „WER bist DU, dass du mir erzählen könntest, wie ich mit meinen Finanzen umgehen soll? Du hast überhaupt keine Ahnung! Ich möchte, dass du das Zimmer verlässt, und dass du nie wieder mit mir darüber sprichst, wie ich mit meiner Situation umgehen soll, bis du nicht selbst die Erfahrungen gemacht hast, die ich gemacht habe!“

Es gab in dieser Familie viele Probleme, und Jolie wusste, dass die junge Tochter, die gerade ein Teenager war und den Namen Susanne trug, gerade mit vielen Themen zu tun hatte: Mit der Familie, mit ihrem Freund, mit allen möglichen Dingen in ihrem Leben. Und so dachte sich Jolie: „Nun, dann bin ich eben stattdessen ein Lehrer für Susanne.“ Sie setzte sich also zu Susanne, und sie sagte zu ihr: „Du hast Probleme mit diesem Jungen, weil er versucht, dich zu kontrollieren, und er schenkt dir nicht die Art von Aufmerksamkeit, wie du sie dir wünschst. Und du solltest also das folgende tun…“ Und sie gab Susanne ein paar Ratschläge. Und Susanne wich zurück, sie blickte sogar ziemlich unfreundlich drein und sagte: „WER bist DU, dass du mir sagen könntest, was ich mit meinem Freund tun soll? Du bist noch nicht einmal verheiratet! Du warst wahrscheinlich sogar noch niemals mit einem Mann zusammen! Und trotzdem kommst du hier herein und versuchst meine Probleme zu lösen? Verlass sofort mein Zimmer!“

Und so geschah es nach wenigen Tagen, nachdem Jolie versucht hatte, jeden in diesem Haus zu lehren – sie versuchte genau genommen sogar, ihnen Predigten zu halten – dass sie hinausgeworfen wurde, hinaus auf die Straße. Sie lernte dadurch eine wertvolle Lektion. Sie fand heraus, dass es eine ganze Menge Menschen gibt, die es im Grunde genommen gar nicht wollen, dass ihre Probleme gelöst werden. Wenn du ein Lehrer bist, dann kannst du dich selbst nicht jenen aufdrängen, die die Wahl treffen, an ihren Problemen festzuhalten.

Nun, Jolie gab nicht auf in Jederdorf. Sie fand bald ein paar Freunde, während sie sich die Zeit im Restaurant vertrieb, und sie lernte eine wundervolle junge Frau mit dem Namen Barbara kennen. Und sie kamen ins Gespräch. Und Barbara war voll von allen möglichen Problemen. Und natürlich versuchte Jolie ihr zu helfen, sie versuchte die Themen zu lösen, aber sie schien einfach nicht zu ihrer neuen Freundin Barbara durchdringen zu können. Und Barbara erzählte immer weiter und weiter – sie hörte gar nicht mehr auf – sie erzählte über ihre Gesundheitsprobleme, über ihre emotionalen Probleme. Sie ließ sich immer weiter und weiter darüber aus, wie viele Male sie verheiratet war, und über all die Probleme, in die sich ihre Kinder verwickelt hatten.

Jolie war in großer Sorge, weil sie ebenfalls nicht in der Lage war, ihrer Freundin Barbara zu helfen. Und eines Tages musste sie einfach weggehen. Sie musste sie verlassen, sie musste damit aufhören, zu versuchen für Barbara ein Lehrer zu sein. Und hier lernte sie ebenfalls etwas sehr Wertvolles: Es gibt Menschen, die keine Hilfe möchten. Es gibt Menschen, die einfach immer weiter darüber sprechen möchten, inwieweit ihre Probleme die größten von allen sind. Sie suchen nicht nach einer Lösung. Manchmal möchten sie einfach nur diese Energie der Gewissheit, dass ihre Probleme größer und besser sind, dass sie selbst deshalb etwas ganz Besonderes sind, unter all den anderen Menschen.

Nun. Jolie war inzwischen etwas verzweifelt über dieses ganze Thema, Lehrer zu sein. Aber sie entschied sich dafür, es weiterhin zu versuchen. Und sie traf einen jungen Mann, einen jungen Mann der an ihr interessiert war. Und Jolie war an ihm ebenfalls interessiert – denn sie wollte ihn lehren. Sie war an einem Punkt, an dem sie alles dafür getan hätte, lehren zu können. Sie verbrachte die Abende mit ihm, sie verbrachte Tage mit ihm, sie sprach mit ihm, die beiden unterhielten sich… und jedes Mal, wenn sie fort ging – sein Name war übrigens Jim – jedes Mal, wenn sie wieder fort ging, fühlte sie sich völlig erschöpft und ausgelaugt. Bis zu dem Punkt, an dem sie das Gefühl hatte, dass sie wieder krank werden würde. Sie fühlte sich völlig ausgebrannt, bis zu dem Punkt, da sie dann eines Tages zu ihm sagte: „Ich kann mich nicht mehr mit dir treffen. Ich kann nicht mehr länger versuchen, ein Lehrer für dich zu sein.“

Und aus dieser Erfahrung lernte sie ebenfalls etwas sehr Wertvolles. Es gibt einige Menschen, die sich wirklich überhaupt nicht verändern wollen – sie möchten einfach nur deine Energie für sich nehmen. Und das ist genau das, was er mit ihr tat – er stahl einfach ihre Energie.

Nun. Um eine lange Geschichte sogar noch länger zu machen… (Lachen im Publikum, Tobias amüsiert sich) Um eine lange Geschichte noch länger zu machen: Jolie war dann irgendwann so frustriert von ihren Versuchen in Jederdorf zu lehren, dass sie wegging. Sie ging davon, um den Alten Mann in den Wäldern zu finden. Und sie fand ihn dann natürlich auch, und sie setzte sich nieder und sagte: „Ich wollte ein Lehrer sein! Ich hatte eine solche Leidenschaft in mir! Eine solche Leidenschaft. Aber nichts davon funktionierte. Die Menschen wollten sich nicht verändern. Sie wollten weiter an ihren Problemen festhalten. Sie wollten sich einfach nur von mir nähren. Sie wollten einfach nur darüber sprechen, wie großartig und besonders ihre Probleme waren – aber sie wollten nicht wirklich etwas tun. Was soll ich also jetzt tun? Wo soll ich hingehen?“

Der Alte Mann in den Wäldern nahm einen tiefen Atemzug – wie es die Alten Männer in den Wäldern so zu tun pflegen – und er sagte: Ein Teil des Problems, ein Teil des Problems hier, Jolie, und ein paar der anderen Dinge, vor denen ich dich versucht habe zu warnen, ist jenes, dass du nicht die Erfahrung hattest. Du hattest das Wissen nicht, um wirklich ein Lehrer zu sein. Du hattest die Leidenschaft, aber du hattest nicht die Erfahrung.

Und nun musst du fortgehen, in eine andere Stadt, an einen anderen Ort. Du musst eine Erfahrung auf dich nehmen, all die Probleme, die normale Menschen haben. Du musst dich an diesen Ort mit dem Namen Blankstadt begeben. Du musst heiraten, du musst Kinder haben, du musst eine Arbeit annehmen. Du musst vergessen, dass du jemals die Königin warst. Du musst vergessen, dass du jemals ein Lehrer sein wolltest. Du musst dich dorthin begeben, um dort einfach nur zu leben, und um zu erfahren, wie es ist, all diese Probleme und Schwierigkeiten zu haben – damit du eine wahrhaftige und tiefe Empathie entwickeln kannst, für genau diejenigen, die du lehren möchtest.“
Jolie dachte daran, wo sie herkam, sie dachte an das Königreich, sie dachte an ihre Leidenschaft. Sie wusste nicht, wo sie sonst hingehen sollte, und so nahm sie den Rat des Alten Mannes an, und begab sich nach Blankstadt. Sie heiratete, sie bekam Kinder, und bald vergaß sie – ja, sie vergaß, warum sie dort war. Sie lebte wie jeder andere auch.

Und viele, viele, viele Jahre vergingen. Sie hatte vollkommen vergessen, dass sie jemals Königin dieses wundervollen Landes war, des Landes Tibus. Bis sie – natürlich – eines Tages ein bestimmtes Gefühl überkam. Sie fühlte eine Art Schütteln und Rumoren in ihrem Inneren. Sie fühlte, wie alles in ihrem Leben sich zu verändern begann – nun, sie konnte sich nicht mehr erinnern, wo sie herkam, aber sie wusste, dass irgendetwas vor sich ging. Sie erlebte ein Wiedererwachen.

Sie hatte vergessen, wo sie herkam, sie hatte vergessen, warum sie sich auf diese lange Reise begeben hatte. Aber sie fühlte, dass da irgendetwas in ihr nicht in Ordnung war. Sie fühlte sich sehr verwirrt und frustriert, sie wusste nicht, an wen sie sich noch wenden sollte. Und eines Tages wanderte sie alleine in den Wäldern umher – und traf natürlich den Alten Weisen Mann.

Und sie sagte: „Alter weiser Mann“ – und er erkannte sie natürlich – „alter weiser Mann! Irgendetwas verändert sich in meinem Leben, und ich weiß nicht, was es ist. Es gibt da etwas, mit dem ich nicht glücklich bin. Ich war eine Ehefrau, ich war eine Mutter, ich hatte einen guten Job – aber nichts davon erfüllt mich noch wirklich. Was ist da also los? Ich habe gehört, dass du ein alter weiser Mann bist, der mir helfen kann.“

Und der Alte Weise Mann ließ sie sich hinsetzen – und natürlich erinnerte er sich daran, dass sie die Königin war, und er wusste, dass sie die Lehrerin war – und er erzählte ihr diese Geschichte, er erzählte ihr, auf welche Weise er sich an sie erinnerte. Nun, sie glaubte es natürlich nicht. Sie konnte die Tatsache nicht annehmen, dass sie eine Königin gewesen war. Das war zu grandios für ihre Vorstellung. Sie konnte die Tatsache nicht annehmen, dass sie den Titel der Königin des großartigen Landes Tibus aufgegeben hatte, um hinauszuziehen und Lehrer zu werden. Das schien ihr eine ganz verrückte Vorstellung. Sie konnte die Tatsache nicht akzeptieren, dass sie dann sogar nach Blankstadt gegangen war und vollkommen vergessen hatte, wer sie war, dass sie sich in das Leben eines gewöhnlichen Menschen hineinbegeben hatte.

Und der Alte Weise Mann sagte zu ihr: „Du tatest das, damit du die Empathie, das Einfühlungsvermögen würdest haben können. Damit du dann wirklich der Lehrer würdest sein können. Damit du deinem Volk würdest helfen können.“

Sie regte sich ziemlich auf über ihn, sie wurde sehr wütend. Sie fühlte Angst, sie fühlte Übelkeit, sie fühlte sich sehr unsicher und orientierungslos, denn all das rüttelte ihre Realität gewaltig durch, ihre Realität, die besagte, dass sie einfach ein ganz gewöhnlicher Mensch sei. Der Alte Weise Mann sagte: „Ja. Ja, du hast mich darum gebeten, mich mit dir zusammenzusetzen und mit dir zu sprechen, dich daran zu erinnern, wer du bist, dich daran zu erinnern, dass du nun, nachdem du das Einfühlungsvermögen entwickelt hast, nachdem du wie jeder andere Mensch gelebt hast, innerhalb der Illusion, innerhalb des Massenbewusstseins – dass du NUN ein Lehrer sein kannst! Zuvor hattest du versucht, ein Prediger zu sein. Zuvor hattest du versucht, hinzugehen und anderen Menschen zu sagen, wie sie leben sollen. Aber nun kannst du wirklich fühlen, durch was sie gegangen sind. Du hast das Herz und die Seele und die Empathie. Nun kannst du hinausziehen und das tun, wozu du dich ursprünglich auf den Weg gemacht hast.“

Und in diesem Moment erinnerte Jolie sich an alles. Sie erinnerte sich daran, dass sie Königin war. Sie erinnerte sich daran, wie sie hinauszog nach Jederdorf, und wie sie versuchte, jeden zu verändern. Sie erinnerte sich, wie sie sich in diesen tiefen Schlaf hineinbegab, in dieses „Koma des Bewusstseins“, so dass sie alles vergessen würde, so dass sie leben konnte wie jeder andere. Sie erinnerte sich daran, dass sie ausgezogen war, um das alles zu tun, um wahrhaftig ihrem Königreich dienen zu können, und seiner ganzen Bevölkerung.

Und mit dieser Erinnerung wachte sie auf, sie blickte dem Alten Weisen Mann in die Augen, und sie sagte: „Danke! Danke, dass du die ganze Zeit über hier bei mir geblieben bist, während dieses ganzen Weges. Es war eine unglaubliche Reise. NUN kann ich hinausgehen und lehren. Nun kann ich diese Leidenschaft leben, nach der ich immer gesucht habe.“ Sie umarmte und küsste ihn – und sie sagte: „Ganz nebenbei, ich habe vergessen, dich nach deinem Namen zu fragen, Alter Weiser Mann!“ Und er lächelte, während er seine Füße auf den gepolsterten Hocker legte, der vor seinem Sessel stand, er nahm einen kleinen Schluck Wein und einen Zug von seiner Zigarre, und er sagte: „Mein Name ist Tobias.“ (Lachen im Publikum)

Nun, Shaumbra, ich erzähle euch hier eine sehr lange Geschichte. Ich hätte sie noch viel weiter ausführen können, nebenbei bemerkt. (Lachen) Ich erzähle euch diese Geschichte, weil es hierbei um euch geht. Ich bin bei euch gewesen, die ganze Zeit über. Für einige von euch ist es schwierig, anzunehmen, dass ihr Führer und Herrscher von Engelfamilien wart. Es ist schwierig für euch, das in euch zu balancieren, nicht wahr? Das kippt euch ein bisschen aus den Schuhen.

Ihr habt Probleme damit zu verstehen, dass ihr von eurer Engelfamilie ausgewählt wurdet, hierher auf die Erde zu kommen, und dass ihr eine der 144.000 Energien des Ordens der Erzengel repräsentiert. Es ist schwierig zu verstehen für euch, dass ihr es überhaupt aufgegeben habt, zu einer königlichen Familie zu gehören – dass ihr es für eure Engelfamilie aufgegeben habt. Und dass ihr das getan habt, damit ihr helfen konntet, sie zu lehren, damit sie von euch lernen konnten. Es für euch schwierig zu verstehen, dass ihr jemals euer Engel-Zuhause verlassen habt, um hierher zu kommen und euch als ein Mensch zu verkleiden, als ein ganz gewöhnlicher Mensch – als „Bob“, als „Patricia“, als „Maria“, als wer auch immer ihr seid. Dass ihr euch anzieht wie jeder andere, dass ihr euch verhaltet wie jeder andere…

Saint-Germain hat euch ein bisschen herausgefordert, als er mit euch sprach. Er sagte, dass ihr in der Tat besonders seid. Dass ihr in der Tat Lehrer seid. Dies ist eine besondere Gruppe. Er forderte euch ein wenig heraus, weil ihr ein paar Probleme damit habt, das zu akzeptieren. Ihr habt euch so sehr im Bewusstsein verloren, im allgemeinen Bewusstsein.

Aber ich bin hier, um euch zu erinnern, ich bin der Alte Weise Mann. Ich bin hier, um euch zu erinnern, warum ihr fortgegangen seid, warum ihr eure Engelfamilie verlassen habt. Ich bin hier, um euch daran zu erinnern, wie ihr versucht habt, eure Leidenschaft zu verwirklichen, ein Lehrer zu sein – wobei ihr in der Vergangenheit ein paar Male gestolpert seid. Euch daran zu erinnern, wie ihr in diese Energie der Erde wirklich eingetaucht seid, in die Menschheit. Und ihr habt die Empathie entwickelt, das Einfühlungsvermögen, die Erkenntnisse und die Weisheit, so dass ihr nun Lehrer sein könnt.

Und ihr werdet nicht nur ein Lehrer für die Menschen hier auf der Erde sein – sondern auch ein Lehrer für eure erwachende Familie – von Zuhause.

And so it is.

 

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